zurück

18.Juni 2020 - Feuerwehr Wülfrath auf Facebook:

++ Diesellok entgleist, massiver Kraftstoffaustritt ++

Am frühen Abend wurde die Feuerwehr Wülfrath mit einem Großaufgebot in den Stadtteil Flandersbach alarmiert. Ersten Meldungen zufolge sollte eine Lokomotive an einem Bahnübergang in unwegsamen Gelände entgleist sein.
Mit dieser Meldung begann eine mehrtägige Sperrung der Strecke. Lok DE 507 "Neuss" der RheinCargo GmbH & Co.KG

Hier eine Aufnahme der DE 507, zwei Tage vor dem Unfall, bei der Fahrt durch Ratingen

war bei der Ausfahrt aus dem Werksbahnhof ins Schutzgleis geraten und wurde über den Prellbock auf den dahinterliegenden Betonblock durch die Wucht der anhängenden 20 beladenen Waggons (Uacs) geschoben. Der erste Waggon (GATX 268 RSB Logistic) stürzte auf das Ausfahrtgleis um. Aus der Lok (NVR-Nummer: 92 80 4185 032-4 D-RHC / Hersteller Vossloh / Fabriknummer: 5502404 ausgeliefert am 29.10.2019 [Quelle: loks-aus-kiel.de] ) trat Kraftstoff und Kühlmittel aus. Der Lokführer wurde leicht verletzt. Den Schock möchte aber wohl auch niemand erleben - von hier aus alles Gute. Spekulationen über die Ursache des Unfalls werden hier auf angertalbahn.de nicht angestellt. Da haben sich schon genug Leute im Forum der Drehscheibe-Online und in Facebook blamiert.
Resultat für die Bahn: Streckensperrung und Anforderung eines Kranzuges
Auswirkung für die Umwelt: Verschmutzung des Erdreichs an der Unfallstelle durch Diesel und Kühlmittel, mit der Gefahr, dass die Verunreinigungen auch in den nahegelegenen Angerbach übergehen. Konsequenz für die Kalkkunden: Bei mehr oder weniger Belieferung "Just-in-Time" bedeutete dies Umdisponieren.

19.Juni 2020

copyright: Michael Kesting

Gegen 7:15 Uhr traf der Kranzug "Fulda" in Flandersbach ein (nachdem im Angertal noch ein Baum mitgenmmen wurde)

copyright: Michael Kesting

Die Krane werden für den Einsatz vorbereitet

copyright: Michael Kesting

Kurz vor 10 Uhr setzt sich der erste Kran Richtung Unfallstelle in Bewegung.

copyright: Michael Kesting

copyright: Michael Kesting

Gegen 12:15 Uhr wurde der Versuch, den Waggon mit einem Kran zu bergen, aufgegeben.

copyright: Michael Kesting

Ein Viertelstunde später startete der Versuch, den Waggon liegend mit Lok 2 der Rheinkalk Richtung Werk zu bewegen, was auch gelang.

copyright: Michael Kesting

Gegen 14:30 Uhr konnte der Waggon von den beiden Kranen - "Herkules" auf dem ehemaligen Gleis nach Wülfrath und "Zeus" auf dem Ausfahrtgleis - aufgerichtet werden.
Der Waggon wurde in den Anschluss der Rheinkalk gebracht. Gegen 15:00 Uhr war für die Bergekrane erstmal Feierabend. 232 635 und der grösste Tel des Kranzuges übernachtete im Bahnhof Flandersbach.

20.Juni 2020

copyright: Ulrich Bangert

Ein Blick auf die Lok (noch am 19.06.2020). Über den Betonklotz hinweg, war die Lok auf einen unterhalb liegenden Weg aufgekommen.

copyright: Michael Kesting

Ein Blick auf die Lok aus einer anderen Perpektive.

copyright: Michael Kesting

Deutlich sichtbar ist der Knick im Lokrahmen.

Die Krane haben es geschafft, gegen 13:00 Uhr die Lok zu bergen. Eine Rheinkalk Lok hat die RheinCargo-Lok vor den Lokschuppen im Werk geschleppt.

copyright: Ulrich Bangert

Zeus fährt zurück nach Flandersbach

Damit wäre eigentlich Zeit für die Rückfahrt des Kranzuges gewesen. Nach Rangiermanövern und Sicherung der Krane für die Fahrt, verzögerte sich die Abfahrt über die Planabfahrtzeit von 19:00 Uhr hinaus bis 21:15 Uhr.

Der Kranzug (>>KLICK) verliess die Angertalbahn in Ratingen um 21:30 Uhr.

Ab 18.06.2020 war die Feuerwehr und das Technische Hilfswerk aktiv geworden. Ölsperren wurden in der Anger (u.a. auch noch in Ratingen) gelegt um eine Verschmutzung im weiteren Verlauf zu verhindern. Letztendlich wurde die Anger im Bereich der Unfallstelle mit Pumpen und Schläuchen über 300 Meter an dieser Stelle herumgeführt.

21.Juni 2020 - Sonntag

Statt Kalk aus Rohdenhaus, holt ThyssenKrupp Lok 542, Kalk aus Dornap-Hahnenfurth ab.

22.Juni 2020

Zur Sicherung des Abhangs an der Unfallstelle wird, nachdem bereits verschmutztes Erdreich ausgekoffert wurde, der Betonblock durch das THW gesprengt [Quelle: WDR Lokalzeit Bergisches Land] . Ein Youtube-Video [https://www.youtube.com/watch?v=o_X5tzqZAmw] zeigt, dass es bei der Sprengung zu Schäden an einem rund 100 Meter entfernten Haus gekommen ist. Im Einsatz war auch ein Zweiwegebaggers der Firma Gasthaus mit Werkswagen der Rheinkalk.
Um 20:00 Uhr fuhr mindestens eine Gleisbaumaschine ins Tal ein.

23.Juni 2020

Strecke weiterhin gesperrt

24.Juni 2020

Strecke bleibt voraussichtlich bis 28.06.2020 6:00 Uhr gesperrt [Quelle: http://db-livemaps.hafas.de Abruf 24.06.2020 12:25 Uhr]

25.Juni 2020 Der erste Zug pfiff sich um 12:19 Uhr ins Tal

Nachschau 28.06.2020

beginnend von links oben:
-Dort wo die Plane sichtbar ist war der Betonblock, links daneben der Weg auf den die Lok aufgekommen war und (nicht sichtbar) direkt links daneben die Anger (der Angerbach)
-Brocken landeten nach der Sprengung in der Anger, im Hintergrund die zweite Sperre des Bachs
-In 110 Meter Luftlinie flogen Trümmer in eine Tür und zerschlugen ein Fenster und beschädigten auch die Hauswand
-300 Meter verläuft der Bach zur Zeit in Rohren
-Ein neu gesetzter Prellbock am Ende des Schutzgleises
-Der Ersatzprellbock stammt von Lüke Eisenbahn- und Kranbahnbedarf
-Zwei Hochleistungspumpen (dachte das THW hätte soetwas -nein es sind Mietgeräte)
-Im Bach zwischen der ersten und zweiten Sperre ist deutlich die Verschmtzung sichtbar.

IKzurück© beachten